Addionics gewinnt den Pitch vom Lufthansa FlyingLab

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24. März 2021

Von 2017 bis 2019 hat die Lufthansa mit dem FlyingLab Sonderflüge zur SXSW veranstaltet, bei dem das Festivalprogramm schon im Flugzeug begann. Wie so vieles musste dieser Trip in diesem Jahr ausfallen, doch ein spannendes Programm hat das Lufthansa FlyingLab trotzdem auf die Beine gestellt, so auch einen Pitch unter dem Motto „Future of Travel“. Wir stellen euch die vier teilnehmenden Startups aus vier Ländern vor und verraten, wie der Wettbewerb abgelaufen ist.

Addionics halbiert Batterieladezeiten

Immer mehr Geräte und Fahrzeuge enthalten wiederaufladbare Batterien und besonders bei der Elektromobilität ist eine möglichst kurze Ladezeit ein wesentlicher Faktor. Um diese zu erreichen, wird häufig mit der chemischen Zusammensetzung der Batterie experimentiert. Das britisch-israelische Startup Addionics geht einen anderen Weg. Es konzentriert sich auf die Batteriephysik. 3D-Elektroden verbessern die Leistungsfähigkeit in puncto Kapazität, Sicherheit, Lebensdauer, Kosten und vor allem Ladezeit: Die will Addionics um bis zu 50 % verkürzen. Das Unternehmen will sein Geschäft nicht mit kompletten Batterien, sondern den innovativen Elektroden machen und strebt an, in zwei bis drei Jahren marktreif zu sein.

Head Holiday lädt zu virtuellen Reisen ein

In Zeiten, in denen Reisen in viele Länder schwierig bis unmöglich geworden ist, können 360-Grad-Videos eine schöne Alternative sein. Die britische Plattform Head Holiday, initiiert von der Organisation Live Cinema UK, will solche Filme bündeln. Sie greift dabei auf eigenes Material und Produktionen aus aller Welt zurück. Abspielen lassen sich die Video über eine App, zur Betrachtung benötigt man lediglich eine einfache VR-Brille aus Pappe. Diverse Geschäftsmodelle bieten sich für Head Holiday an: Ein Freemium- oder ein Abo-Modell für die Nutzer:innen und natürlich Partnerschaften mit Reiseunternehmen, Fremdenverkehrsämtern und Fluggesellschaften, die Reiseziele und -angebote bewerben möchten.

VideowindoW erfindet die Glasmalerei neu

Das niederländische Startup VideowindoW knüpft mit modernster Technik an die Tradition der Glasmalerei an, wie man sie beispielsweise von Kirchenfenstern kennt. Dabei verwendet es Flüssigkristalle, die in das Glas eingearbeitet sind. Aus ihnen lassen sich beliebige Schwarz-Weiß-Bilder erstellen, auch in bewegter Form. Die Scheiben reagieren zudem auf Sonnenlicht. Bei hoher Intensität dienen sie zur Beschattung und können so Energie für den Einsatz von Klimaanlagen einsparen. Besonders geeignet ist VideowindoW für Flughäfen, wo sich naturgemäß große Glasflächen befinden. Die lassen sich mit Werbung, Fluginformationen oder unterhaltsamen Inhalten bespielen. Bisher ist das Startup komplett eigenfinanziert und hat schon lukrative Aufträge

Airflow baut Flugzeuge für Same Day Delivery

Die Lieferung einer online bestellten Ware noch am selben Tag stellt bei längeren Transportwegen eine echte Herausforderung dar. Das kalifornische Startup Airflow will sie mit elektrisch getriebenen Flugzeugen meistern. Die sind so gebaut, dass sie eine Fracht von bis zu 227 Kilogramm transportieren und auch auf kleineren Flächen landen können. Noch ist dafür ein Pilot an Bord, die Technologie für autonomes Fliegen existiert aber schon. Airflow sieht sich nicht in Konkurrenz zu Lastkraftwagen. Vielmehr können die Flugzeuge viele regionale Lager überflüssig machen, die bisher kurze Transportwege und schnelle Lieferungen möglich machen. Einige wenige Zentrallager würden dafür in Zukunft reichen.

Die Gewinner bekommen Tickets für die SXSW 2022

Bei allen Pitches hat die Jury schon fleißig Fragen gestellt, jetzt musste sie eine Entscheidung fällen. Die Jury bestand aus: Jessica Robinson, Co-Founderin der Investmentfirma Assemly Ventures; Roland Gerhardts, CEO vom Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung; Nadine Schimroszik, Tech-Journalistin bei Reuters; und Jörg Liebe, Senior Director Digital Innovation Hub bei der Lufthansa Group. Sie vergaben den zweiten Preis, ein Ticket für die SXSW 2022 an VideowindoW. Das Gewinnerteam von Addionics erhält zwei Tickets und zusätzlich eine Präsenz im nächsten FlyingLab, das hoffentlich 2022 wieder abheben wird!

Beitragsbild: Die 3D-Elektroden von Addionics

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