holoride macht Autofahrten zum virtuellen Abenteuer

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17. März 2021

Als Beifahrer:in bei einer langen Autofahrt kann normalerweise schnell Langeweile aufkommen. Mit dem Münchener Startup holoride wird daraus dagegen dank ausgefeilter XR-Technologie eine aufregende Reise in virtuelle Welten. Am 18. März tritt holoride beim SXSW Pitch in der Kategorie „Entertainment, Gaming and Content“ an.

„Wann sind wir denn endlich da?“ Diese Frage stellen nicht nur Kinder immer wieder bei Autofahrten. Auch viele Erwachsenen können gar nicht schnell genug ans Ziel gelangen, wenn sie Zeit auf dem Beifahrersitz verbringen müssen. Denn lesen, einen Film anschauen oder eine Runde auf dem Smartphone spielen ist oft auch keine Lösung, wenn einem davon übel wird. Übelkeit, genauer gesagt „Motion Sickness“ ist auch ein Problem bei einer Reihe von Anwendungen der Virtual oder Extended Reality (XR). Nämlich immer dann, wenn die Bewegungen in einem Spiel nicht mit den Bewegungen in der Realität übereinstimmen. holoride löst nun mit seiner Technologie beide Probleme auf einen Schlag.

Die Gründer lernten sich bei Audi kennen

Es ist kein Zufall, dass sich die drei holoride-Gründer Nils Wollny (CEO), Daniel Profendiner (CTO) und Marcus Kühne (CXO) mit einem Autothema beschäftigen. Alle drei haben sie nämlich bei Audi gearbeitet, zunächst in unterschiedlichen Bereichen. Irgendwann stellten sie aber fest, dass sie sehr ähnliche Ideen verfolgten, und bündelten ihre Kompetenzen. Nils war als Head of Digital Business der Mann für die geschäftlichen Fragen, Daniel der Technologieexperte und Marcus der Stratege. Als sie ihr Projekt vorantrieben, wurde ihnen klar, dass sie eine Lösung unabhängig von einen einzigen Autohersteller anstreben mussten. Als Konsequenz folgte Ende 2018 die Ausgründung von holoride. Das Startup blieb aber Audi natürlich eng verbunden, dementsprechend war das Ingolstädter Unternehmen zusammen mit Disney Partner beim ersten offiziellen Auftritt auf der CES 2019 in Las Vegas.

Die drei Gründer Daniel Profendiner, Marcus Kühne und Nils Wollny (Foto: holoride)
Die drei Gründer Daniel Profendiner, Marcus Kühne und Nils Wollny (Foto: holoride)

Reisen in virtuelle Welten mit Spezialbrillen wie der HoloLens von Microsoft sind recht komplexe Angelegenheiten, die aber fast immer mit einer wesentlichen Beschränkung einhergehen. Die Reisenden haben nur wenig Bewegungsspielraum oder sitzen gar auf dem Sofa, während sie in unendlichen Weiten unterwegs sind. Dieser Widerspruch lässt das Erlebnis weniger realistisch erscheinen und kann zur erwähnten Motion Sickness führen. Bei hololride passiert das nicht, denn hier entsprechen die Bewegungen in der Realität exakt denen in der Virtualität. Biegt zum Beispiel das Auto links ab, macht auch das Raumschiff in einem Weltraumspiel einen Schwenk nach links und es fliegt in einem Tempo, das dem des Fahrzeugs entspricht.

XR, IoT und KI – bei holoride steckt technologisch einiges drin

Um das technologisch umzusetzen, bietet holoride einiges aus Bereichen wie dem Internet of Things (IoT) und der künstlichen Intelligenz (KI ) auf. So verwendet die Software Echtzeitdaten über Position, Navigationsroute, Geschwindigkeit, sowie das Lenk-, Brems- und Beschleunigungsverhalten eines Fahrzeugs. Das fällt in die Kategorie IoT. Die dabei entstehenden Daten werden mithilfe einer KI in einer Extended Reality visualisiert. Die Herausforderung besteht also darin, Bilder und Bewegungen exakt zu synchronisieren und dabei auch noch ein plausibles Spielerlebnis zu erzeugen. Und da keine Autofahrt ist wie die andere, gleicht auch kein Erlebnis dem anderen.

Dieses Video zeigt einige Anwendungsmöglichkeiten von holoride.

„Elastic Content“ nennt holoride dieses Prinzip. Der Begriff deutet an, wie vielfältig die Technologie einsetzbar ist. So können zwei Reisende bei derselben Autofahrt völlig unterschiedliche virtuelle Erlebnisse haben. Der eine ist vielleicht auf dem Trip durch eine Comicwelt und sammelt an jeder Ampel Punkte ein, während sich die andere in einer Urzeitlandschaft auf Dinosafari befindet. Und wenn Regen auf das Autodach prasselt, fallen da bunte Bonbons und dort Meteoritenschauer vom Himmel.

Kein Wunder, dass die Entertainmentbranche schon mehrfach Interesse an holoride gezeigt hat. Ein gemeinsames Projekt mit Ford und Universal Pictures ist da ein gutes Beispiel. Unter dem Titel „Bride of Frankenstein wurde eine Auto- zur Geisterbahnfahrt mit verblüffenden virtuellen Schockeffekten. Auf die wird das holoride-Team bei seinem SXSW Pitch am 18. März sicherlich verzichten und ganz klassisch ohne XR-Elemente präsentieren. Dabei passt das Thema doch ganz gut zu SXSW 2021, wo Austin im Prinzip in diesem Jahr auch nur ein virtueller Ort ist.

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